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Es ist viel passiert...

Tag 3
Hotelumzug gut überstanden. Allerdings ist das Ding die letzte Absteige. Das Zimmer an sich ist schon in Ordnung nur die Toiletten haben den Charme einer Zugtoilette. Man hat sogar das Gefühl der Raum schwankt, so überzeugend ist der RB Flair kopiert. Naja, die fünf Nächte werde ich auch irgendwie überstehen.
Nach der gestrigen Abenteuerreise mit der S-Bahn hab ich mich diesmal direkt mal kundig gemacht, welche S-Bahnen denn jetzt auch wirklich da halten wo ich hinwill – merke: S1 hält erst ab 18 Uhr regelmäßig am Rangierbahnhof, also ist das die böse S-Bahn. Natürlich war der nächste Zug einer von der bösen Sorte, also durfte ich mal wieder warten. Der nächste Schock folgte schließlich in der Volunteers-Lounge: Die Äpfel waren alle! Mein Grundnahrungsmittel war einfach so aufgebraucht! Unverschämtheit! Also musste ich mich doch von Kaffee und Wasser ernähren bis ich meinen Dienst als Begrüßer/Wegweiser für Leute mit den richtigen Armbändchen antreten durfte. Schnell noch zwei Drittel Landwirt Ramoser vs. schweizer Kuhherde mitnehmen, in die teuren Klamotten werfen, dann Essensmarke abgreifen und den Hunger stillen. So war ich natürlich perfekt gerüstet um mich mal wieder auf die Suche nach echten VIPs zu machen. Leider gabs nur IIHF Funktionäre, die ich eh nicht kannte und die italienischen Trainer – welchen Weg Herr Messier zur kanadischen Loge genommen hat, frag ich mich immer noch. Gegen Ende des ersten Drittels war die Schicht dann auch beendet und dreist wie wir sind gings dann wieder auf die teuren Plätze. Kanada gegen Lettland, ein Spiel mit Vorgeschichte. Schmerzlich vermisst habe ich meinen Freund Rick Looker (zuvor gab es zwei Spiele lang meinen alten Kumpel Piecha zu bewundern), doch auch seine Kollegen wurden vom lettischen Anhang mit zunehmender Spielzeit frenetisch mit Pfiffen gefeiert. Leider landeten weder Geld noch Handys und Schuhe auf dem Eis – wahrscheinlich wurden die Schuhe bereits bei der Eingangskontrolle abgenommen. Das Spiel war dann schließlich eine sehr deutliche Angelegenheit für die Kanadier, die sich mittlerweile schon deutlich besser gefunden haben als in den Spielen gegen Deutschland und Italien. Nach dem Spiel gings dann endlich raus aus den Klamotten, schnell noch Wasser und Apfel für den Heimweg abstauben – jedoch hat niemand die Äpfel nachgefüllt! So musste ich etwas hungrig den Rückzug antreten.
In meiner sehr eng von Letten und Franzosen bevölkerten Absteige traf ich dann auf Mikka, einen Halbfinnen aus Österreich, und Jörg, einen sehr redefreudigen Gelsenkirchener. Mit den Beiden wurde dann ein wenig über unsere lettischen Freunde und die „hübschen“ Begleiterinnen gelästert.

Tag 4
Erste Nacht in der Absteige ist überstanden. Erstaunlich ruhig – irgendwie habe ich die „LATVIA“ Rufe um vier Uhr sehr vermisst. Frühstück war in Ordnung, allerdings gab es keinen Earl Grey (Frevel!) und keine Äpfel (Nicht schon wieder!) – Abzüge in der B-Note. Also ab Richtung SAP in der Hoffnung, dass die dortige Apfelkrise überwunden wurde. Ärgerlich der vollkommen überraschende Sommereinbruch, der meine Entscheidung gegen die Sonnenbrille sofort bestrafte… Doch der nächste Schock folgte beim Eintreffen im sommerlichen Fandorf: Getränke werden ab sofort rationiert! Aufruhr unter den Fandorf-Volunteers, Planung eines Generalstreiks und Spekulationen was man noch alles rationieren könnte. Immerhin, die Sparmaßnahmen des OCs trafen auch die Spieler: Angeblich wurden die Kaffeeautomaten aus den Kabinen entfernt – erklärt vielleicht die schwache Leistung der Tschechen? Zum Glück waren wieder Äpfel da und unser Kaffeeautomat stand auch noch auf seinem Platz – der Tag war gerettet. Dann war es mal an der Zeit Gratissachen im Fandorf abzustauben, allerdings gab es nicht viel Neues, also mal wieder ab auf die teuren Plätze und den Kampf alter Jagr gegen die Wikinger anschauen und nebenbei VIPs suchen. Während Mark Messier sich mal wieder in einer anderen Loge versteckt hatte (statt „Such den Hunter“ spiele ich diese WM „Such den Messier“), hatte ich die IIHF Funktionäre im Rücken und nach und nach sammelten sich ein paar italienischen Spieler in meiner Nähe, die ich natürlich ohne Trikot wieder nicht zuordnen konnte. Im letzten Drittel tauchte dann auch noch die Nummer 11 auf und erkannte sofort das riesige Lebkuchen Schmidt Herz auf meinem dezent quietschgrünen Akerblom. Vom Spiel hab ich dann natürlich nicht mehr so viel mitbekommen, mich aber sehr gut unterhalten über die guten alten Zeiten im Linde. Hat sich die WM also schon wieder gelohnt. Dann wurde Schweden gegen Frankreich geboten, leider kein Weinhandl Tor, aber dafür einen Sieg und viel Gerätsel ob der Moderatorenheini im Oberrang Markus Akerblom ist oder nicht. Heja, heja Sverige! Am Hotel gabs diesmal besoffene Tschechen mit feuchter Aussprache, die mir erklärt haben, dass sie perfekt Englisch können. Schnell ins Zimmer retten und House schauen…

Tag 5
Heute war ich ganz mutig und habe mich in die Dusche gewagt – natürlich habe ich schon ausgeklügelt, wann die Toiletten und die Dusche hier gereinigt werden, also gleich als Erste in die Schlacht. Ich war positiv überrascht, obwohl es schon ein wenig was von Hochdruckreiniger hatte... Am Nachmittag gings dann wieder Richtung Stadion in froher Erwartung neuer Rationierungen etc. Diesmal wurde tatsächlich endlich mal ein schwarzes Brett eingerichtet, das mir gleich mal mitteilte, dass das Abendspiel nicht für uns freigegeben war – egal, musste ja eh arbeiten UND hatte eine offizielle Karte. Vorher noch mit Gaudi, Martin, Caro und Flo treffen, meine Tasche loswerden, Kaffee und Banane erobern und ab ins Stadion – hatte schließlich versprochen den Italienern kräftig die Daumen zu drücken. Dummerweise half das auch nicht viel weiter, kein Ramoser Tor für Kaddie und viel zu viele fröhliche Letten. Im letzten Drittel wars dann wieder an der Zeit sich in die Arbeitsklamotten zu werfen, endlich was Gescheites in den Magen zu bekommen und sich mental auf den VIP-Ansturm vorzubereiten. Diesmal waren wir am Check-In Schalter, also Karten auf der Liste abhaken, Bändchen anlegen und zur Rolltreppe schicken. Wieder mal keinen Messier gesichtet (Hat der einen persönlichen Geheimgang?!), dafür den Herrn IIHF Präsidenten, der mir schon den ganzen Tag ständig über den Weg gelaufen ist. Ein wenig chaotisch das Ganze, aber insgesamt liefs doch ganz gut mit Ausnahme ein paar motziger Tschechen, deren Kartenreservierung anscheinend etwas schief gegangen ist, Verwirrung bei Spielerkarten Reservierungen (Der Bruder vom Gerber war schon mal ganz nett anzusehen ) und einem armen Rich Chernomaz, dessen DEL-Ticket-Reservierung auch irgendwie große Verwirrung stiftete. Ich persönlich vermute ja, dass die Mannheimer das mit Absicht gemacht haben, weil sie die Lions nicht mögen. Als dann der Mega-Ansturm um war, hieß es also sich ins Stadion schleichen und irgendwo einen freien Platz finden, denn der Schuppen war tatsächlich AUSVERKAUFT! Unfassbar. Zweites Drittel gings dann auf meinen regulären Platz inmitten einer Horde Schweizer, doch der Kaffeemangel machte sich bei den Kanadiern schwer bemerkbar. Mit der bisher schlechtesten Turnierleistung ließen sie sich von der Kuhherde einfach so überrollen. Gaudi wird gut geschimpft haben.

Tag 6
Und wieder einen Tag überstanden. Ich hätte es ja nicht geglaubt, aber Eishockeyfans können tatsächlich irgendwann nerven. Mittlerweile habe ich eine ziemliche Letten-Aversion, bin genervt vom Schwietzerdütsch überall und kann „Allez les bleus“ nicht mehr hören. Die Tschechen haben sich nun auch vermehrt und sind in meiner Absteige eingefallen. Heute hieß es beim ersten Spiel für mich Logen-Bändchen kleben – natürlich bin ich unheimlich gut geeignet für solche Aktionen, weil ich ein unglaubliches Geschick habe mich selbst fest zu kleben. Zum Glück war (mal wieder) wenig los. So wirkliche VIPs gabs natürlich wieder nicht, erwähnenswert vielleicht Philippe Bozon, der Generalkonsul Frankreichs und die üblichen Trainer und Funktionäre aus allen möglichen Ländern. Also wieder ab ins Stadion und den Norwegern die Daumen drücken, die bis zum letzten Drittel schön ihre Kräfte gespart haben um dann ordentlich zuzuschlagen. Besonders sehenswert der Penalty von Mathis Olimb – verpflichten! Außerdem gabs die erste 5+ in Form einer Matchstrafe gegen Goalie Grotnes kurz vor Schluss. Ohne Grotnes wird es in der Zwischenrunde nicht leicht. Beim erneut ausverkauften (!) Spiel Schweden gegen Tschechien zeigte sich mit einigen Tagen Verspätung auch bei den Schweden, was Kaffeemangel so verursachen kann. Gleich die erst Überzahl der Schweden nutzten die Tschechen eiskalt zum Kontertor, wovon sich die Schweden trotz zwischenzeitlichem Ausgleich nicht mehr erholen konnten. Diesmal aus dem Oberrang betrachtet umgeben von Schweizern, die für Schweden waren. Kurz vor Schluss hieß es dann nach unten in den teuren Bereich hechten und ein paar Bilder von Christa bei der Zeremonie machen. Dann das übliche Gehetze zur S-Bahn, wo ich meinen alten Volunteer-Kumpel vom Ticketing ausnahmsweise mal nicht getroffen habe. Dafür beim Aussteigen meinen finnischen Hotelnachbarn, der mir dann freundlicherweise den Kilometermarsch von der S-Bahn zur Absteige ersparte. Noch ein wenig Geläster über unsere lettischen Freunde und dann ab in die Heia.

Tag 7
Zum Start der Zwischenrunde hatte die fränkische Volunteerfraktion erstmal frei. Also ab in die „Stadt“ und die tolle Einkaufsstraße „bewundern“. Mal richtig auf den Putz hauen und bei McDonalds essen gehen und COLA trinken! Haben ganz schön über die Stränge geschlagen… Dann mussten wir natürlich, nachdem wir reichlich Kekse geshoppt haben, zu unseren Kollegen um ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Leider war absolut beschissenes Wetter, aber wir haben dennoch sämtliche Gewinnspiele ausprobiert. Dann haben wir uns mal in die Trainingshalle geschlichen und den Tschechen ein wenig beim lockeren Training zugesehen, da uns keiner verscheucht hat, sind wir einfach mal dageblieben.
Das Nachmittagsspiel – nach Kaffee und Apfel – hieß diesmal Kanada gegen Norwegen. Bei unglaublichen knapp über 2000 Zuschauern haben wir es diesmal in die dritte Reihe geschafft, kräftig fotografiert, mit Fähnchen gewunken und durften sage und schreibe 13 Tore bewundern. Ein schnelles Tor der Norweger, dann war die ganze Sache etwas einseitig. Am Ende konnten wir 12 kanadische Treffer bewundern und es wurde erneut eine 5+ gegen Norwegen, diesmal Tommy Jakobsen (wofür auch immer), ausgesprochen. Dann hieß es wieder zurück in die Lounge wandern und abwarten bis die Tschechen gegen die Letten spielen. Allerdings mussten wir dann feststellen, dass die Tschechen dann doch Schweden waren. Wieder zurück in die vorderen Reihen, Schwedenfahne schwenken, fotografieren und fleißig jubeln. Schweden kam gut ins Spiel, doch dummerweise kam dann wieder die übliche schlampige Spielweise, die das lettische Team wieder stark machte. Matchwinner auf lettischer Seite war mit zwei Treffern der Bruder unserer lettischen Hostessen Kollegin, der dann auch von seiner Schwester eine Tissot Uhr in Empfang nehmen konnte. Trotzdem haben die Schweden die Sache für sich entschieden und die – endlich – zahlreichen Schweden konnten kräftig jubeln. Diesmal gings dann auch ganz fix zurück ins Hotel, weil ein netter Fahrdienstler uns Mädels nicht allein zur S-Bahn laufen lassen wollte und uns „heim“ gefahren hat. Überragend!

Tag 8
Umzug erneut mit etwas Warterei gut überstanden. Statt Letten sind im Etap nun die Tschechen eingefallen. Mir solls recht sein, die machen hoffentlich nicht gar so viel Krach. Ungewohnt spät ging die Reise dann mal wieder Richtung SAP, wo ich zum fleißigen Italien-Fähnchen schwenken antreten wollte. Erstmal die aus Nürnberg angereisten begrüßen, dann versuchen das alberne Skoda Trikot zu gewinnen und dann ab in die Halle. Leider gabs in den ersten beiden Drittel nix zu bejubeln, wenn man für Italien war. Wenigstens gab die „Allez les bleus“-Oma ihr Bestes – auch wenn sie fleißig ignorierte, dass eigentlich Italien in blau spielte. Peinlich, wenn man die persönlich kennt – vielleicht die Oma von einem der Spieler?
Diesmal war mein Job gemeinsam mit Leanne Eintrittskarten scannen und für den Security Übersetzer spielen, der leider Null Ahnung von Lettland hatte. Mal wieder die üblichen Funktionäre, Trainer etc. auf der Rolltreppe und sonst auch keine besonderen Ereignisse. Ab dem zweiten Drittel waren wir dann auch in der Halle und erlebten nicht nur auf dem Eis zwischen starken Schweizern und bemühten Tschechen richtig Action. Direkt vor uns machte ein schweizer Fan den Mütze und provozierte unentwegt die tschechischen Anhänger auf der IIHF Tribüne (so was hinterlässt einen guten Eindruck beim Verband), allerdings bestand sein Vokabular nur aus „Tschechische Hurensöhne“ und seine Gestik aus Rumgehupfe und Mittelfinger zeigen. Unkreativ und unglaublich nervig. Allerdings geriet er dann mit den Leuten hinter sich aneinander, was dann darin endete, dass zuerst einer der IIHF-Gäste handgreiflich wurde und dann auch noch ein weiterer Zuschauer auf ihn losging. Handgemenge und Security-Aufstand in der Drittelpause, auch die tschechischen Spieler und der schwedische Trainer samt Anhang (Spieler, Co-Trainer) hinter uns waren nicht nur vom Spiel gut unterhalten. Allerdings stellt sich die Frage warum der Sicherheitsdienst erst so spät eingegriffen hat, die anderen Zuschauer haben sich schon eine ganze Weile immer wieder beschwert bei den Stewards und der Schweizer ist auch von einer der Kontrolleurinnen verwarnt worden. Im Normalfall stell ich da doch einen Sec ab, wenn ich sehe, dass es da bald knallt. Auf dem Eis jedenfalls hat es am Ende leider nicht mehr gereicht für die Tschechen, die Schweizer waren da dann doch immer einen Schritt voraus.
16.5.10 01:01
 
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